Ist Spargelfarn (Asparagusfarn) giftig für Katzen? Symptome, Risiko und was du tun solltest

Lesedauer 4 Minuten

Kurz gesagt: Ja. Die ASPCA, deren Giftnotruf-Hotline in den USA rund um die Uhr erreichbar ist, stuft Spargelfarn als giftig für Katzen ein. Enthalten sind Saponine, genauer Sapogenine, die vor allem beim Fressen der Beeren zu Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen führen können. Insgesamt bewertet die ASPCA die Vergiftungsgefahr als gering, trotzdem gehört jeder Verdachtsfall zum Tierarzt.

Spargelfarn (Asparagus densiflorus) mit feinen, farnartigen Trieben in einem grauen Topf

Was ist Spargelfarn überhaupt?

Der Name führt in die Irre. Spargelfarn (botanisch Asparagus densiflorus, oft die Sorte ‚Sprengeri‘) ist gar kein echter Farn, sondern mit dem Gemüsespargel verwandt und gehört zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae), derselben Familie wie der Glücksbambus aus unserem letzten Artikel. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem südlichen Afrika und wird bei uns wegen ihrer feinen, farnartigen Triebe gern als pflegeleichte Zimmer- und Balkonpflanze gehalten.

Bei uns war der Spargelfarn zusammen mit dem Glücksbambus eines der liebsten Ausgrabungsprojekte, als Mickey noch ein Kitten war. Die lockere Blumenerde und die überhängenden Triebe scheinen für neugierige Kitten-Pfoten besonders einladend zu sein.

Warum ist Spargelfarn giftig für Katzen?

Der giftige Wirkstoff sind Sapogenine, eine Gruppe von Saponinen, die die Pflanze unter anderem in ihren kleinen roten Beeren bildet, die nach der Blüte entstehen. Laut der NC State University Extension stecken geringe Mengen davon auch in Blättern, Stielen und Wurzeln, die höchste Konzentration findet sich aber in den Beeren. Viele als Zimmerpflanze gehaltene Spargelfarne blühen und fruchten allerdings selten, sodass in der Praxis oft gar keine Beeren vorhanden sind. Das erklärt auch, warum manche Katzenhalter nie ein Problem bemerken.

Symptome einer Spargelfarn-Vergiftung bei Katzen

Laut ASPCA können bei Katzen nach dem Fressen von Spargelfarn-Beeren folgende Symptome auftreten:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen

Zusätzlich kann wiederholter Hautkontakt mit dem Pflanzensaft eine allergische Dermatitis auslösen, also Rötungen, Juckreiz oder kleine Bläschen auf der Haut. Die NC State Extension bestätigt dieses Bild und stuft den Schweregrad der Vergiftung insgesamt als niedrig ein.

Wie gefährlich ist das wirklich?

Im Vergleich zu vielen anderen Giftpflanzen für Katzen fällt Spargelfarn eher mild aus. Sowohl die ASPCA als auch die NC State University Extension, der landwirtschaftliche Beratungsdienst der gleichnamigen US-Universität, ordnen ihn in die niedrige Gefahrenkategorie ein, deutlich unterhalb von akut lebensgefährlichen Pflanzen wie Lilien. Die CliniTox-Datenbank der Universität Zürich, eine der führenden europäischen Fachquellen für Tiergifte, geht sogar noch weiter und führt Asparagus densiflorus als ungiftige Pflanze. Begründung: Saponine wurden zwar nachgewiesen, dokumentierte Vergiftungsfälle bei Tieren gibt es aber bislang keine. Die Quellen sind sich hier also nicht einig. Wir bleiben bei der vorsichtigeren ASPCA-Einschätzung, weil sie zumindest ein reales, wenn auch meist mildes Risiko benennt und der Verzehr größerer Mengen an Beeren im Zweifel besser tierärztlich abgeklärt wird. Manche allgemeinen Ratgeberseiten beschreiben im Internet zwar drastischere Verläufe bis hin zu schweren Vergiftungserscheinungen, das deckt sich aber nicht mit den Einschätzungen der veterinärmedizinischen Quellen, auf die wir uns hier stützen. Das heißt nicht, dass du eine Vergiftung auf die leichte Schulter nehmen solltest, aber Panik ist auch nicht angebracht. Wie immer gilt: Die tatsächlich gefressene Menge und die individuelle Empfindlichkeit deiner Katze entscheiden über den Verlauf, und im Zweifel sollte immer ein Tierarzt kontaktiert werden.

Katze liegt entspannt neben den überhängenden Trieben eines Spargelfarns

Ein oft übersehenes Risiko: die Dornen am Spargelfarn

Was bei der Diskussion um Giftigkeit oft untergeht: Die Stiele des Spargelfarns tragen kleine, dornartige Auswüchse. Diese sind zwar nicht giftig, können aber bei Katzen, die sich durch die Triebe wühlen oder daran vorbeistreifen, zu kleinen Kratzern oder Hautreizungen führen. Bei uns äußert sich das so, dass Mickey zwar inzwischen nicht mehr in der Erde gräbt, aber gelegentlich an den Trieben schnuppert und sich dabei an den kleinen Dornen kratzt. Gefressen hat sie zum Glück nie etwas davon.

Was tun, wenn die Katze am Spargelfarn geknabbert hat?

  • Ruhe bewahren, aber beobachten. Achte in den folgenden Stunden auf Erbrechen, Durchfall oder auffälliges Verhalten.
  • Beeren und Pflanzenreste sichern. Ein Stück der Pflanze griffbereit zu haben hilft dem Tierarzt bei der Einschätzung.
  • Bei Hautreizungen die betroffene Stelle beobachten. Übermäßiges Kratzen oder Lecken kann ein Hinweis auf eine allergische Reaktion sein.
  • Im Zweifel Tierarzt oder Giftnotruf kontaktieren, besonders wenn mehrere Symptome gleichzeitig auftreten oder sie nicht von selbst abklingen.

Wie ich Mickey vom Spargelfarn ferngehalten habe

Auch beim Spargelfarn galt bei uns: umstellen statt entsorgen.

Der Spargelfarn hängt inzwischen in einer Ampel beziehungsweise steht auf dem Balkon, statt frei zugänglich auf dem Boden zu stehen. Ein eigener Topf Katzengras hat außerdem einen Teil des Grabebedürfnisses aufgefangen, das vorher dem Spargelfarn galt. Verboten haben wir ihr die Pflanze trotzdem nie, denn Mickey hat den Spargelfarn nie gefressen, sondern nur untersucht und daran geschnuppert. Die Umstellung des Standorts war für uns beide die entspannteste Lösung.

Ungiftige Alternativen zum Spargelfarn

Wenn dir die feine, farnartige Optik gefällt, du aber ganz auf Nummer sicher gehen möchtest: Der Nestfarn (Asplenium nidus) und der Boston-Farn (Nephrolepis exaltata) sind laut ASPCA für Katzen unbedenklich. Im Gegensatz zum Spargelfarn sind das sogar echte Farne. Auch die Grünlilie (Chlorophytum comosum), die wir bereits im Glücksbambus-Artikel erwähnt haben, ist eine unkomplizierte, ungiftige Alternative mit ähnlich überhängendem Wuchs.

Unterm Strich

Spargelfarn ist giftig für Katzen, fällt in der Praxis aber eher mild aus, solange deine Katze nicht größere Mengen an Beeren frisst. Bei uns war ohnehin nie das Fressen das Problem, sondern das Graben in der Erde und gelegentliche Kratzer an den Dornen. Trotzdem lohnt es sich, die Pflanze außer Reichweite zu stellen und im Zweifel lieber einmal zu viel beim Tierarzt anzurufen als einmal zu wenig.

Dieser Artikel ersetzt keinen Tierarztbesuch. Bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich bitte umgehend an deinen Tierarzt oder eine Tierklinik in deiner Nähe.

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