Ist die Grünlilie giftig für Katzen? Das musst du wissen

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Nein, die Grünlilie (Chlorophytum comosum) ist laut ASPCA und der NC State University Extension nicht giftig für Katzen. Trotzdem knabbern viele Katzen auffällig gerne daran. Gelegentlich kann das zu leichtem Erbrechen oder Durchfall führen. Das liegt aber einfach daran, dass viel pflanzliches Material im Magen landet, nicht an einem Giftstoff.

Grünlilie (Chlorophytum comosum) mit überhängenden grün-weiß gestreiften Blättern in einem grauen Topf

Was ist die Grünlilie überhaupt?

Die Grünlilie, botanisch Chlorophytum comosum, gehört wie der Glücksbambus und der Spargelfarn aus unseren letzten beiden Artikeln zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Bei Zimmerpflanzen für Katzenhaushalte scheinen wir in dieser Familie öfter fündig zu werden. Ursprünglich stammt die Grünlilie aus Südafrika. Bei uns ist sie vor allem wegen ihrer schmalen, überhängenden Blätter beliebt, und wegen der kleinen „Kindel“ genannten Ableger, die an dünnen Trieben aus der Mutterpflanze wachsen.

Ist die Grünlilie wirklich ungiftig?

Ja. Die ASPCA und die NC State University Extension, der landwirtschaftliche Beratungsdienst der gleichnamigen Universität, listen Chlorophytum comosum unabhängig voneinander eindeutig als ungiftig für Katzen und Hunde. Die ASPCA betreibt sogar eine eigene Gift-Notfallhotline, falls du dich fragst, wie ernst sie solche Einstufungen nehmen. Auch die CliniTox-Datenbank der Universität Zürich, eine der wichtigsten europäischen Fachquellen für Tiergifte, kommt zum selben Ergebnis und führt die Grünlilie ausdrücklich als ungiftige Pflanze. Anders als bei Glücksbambus oder Spargelfarn gibt es hier keine bekannten Giftstoffe wie Saponine, die bei Verzehr Vergiftungssymptome auslösen können. Das macht die Grünlilie zu einer der wenigen Zimmerpflanzen, bei denen du entspannt bleiben kannst, selbst wenn deine Katze wirklich zubeißt.

Warum sind Katzen trotzdem so von ihr angezogen?

Grünlilien gehören zu den Pflanzen, die Katzen förmlich magisch anziehen. Die dünnen, beweglichen Blätter reagieren auf jeden Luftzug und laden zum Spielen und Anspringen ein, was für viele Katzen allein schon Grund genug ist. Im Internet kursiert außerdem oft die Behauptung, Grünlilien enthielten milde halluzinogene oder opiumähnliche Verbindungen, die auf Katzen ähnlich wie Katzenminze wirken. Diese Erklärung ist populär. Anders als beim eigentlichen Katzenminze-Effekt konnte ich dafür aber keine verlässliche veterinärmedizinische oder wissenschaftliche Quelle finden, weder ASPCA noch NC State erwähnen einen solchen Wirkstoff. Vermutlich liegt es einfach an der Textur und Bewegung der Blätter.

Schwarz-weißes Kitten schaut neugierig durch die Blätter einer Grünlilie

Was passiert, wenn meine Katze doch daran knabbert?

Da die Grünlilie ungiftig ist, ist gelegentliches Knabbern meistens unbedenklich. Frisst deine Katze aber größere Mengen der faserigen Blätter, kann das den Magen reizen und zu Erbrechen oder weichem Kot führen. Das ist ein rein mechanischer Effekt, kein Vergiftungssymptom. Manche Katzenexperten vermuten sogar, dass Katzen gezielt an unverdaulichen Pflanzenfasern knabbern, um sich das Erbrechen von Haarballen oder unverdaulichen Beuteresten zu erleichtern. Ob das bei jeder Katze wirklich der Grund ist, sei dahingestellt. Ein bisschen Grünlilie im Mageninhalt ist jedenfalls kein Notfall.

Wann sollte ich trotzdem zum Tierarzt?

Auch wenn die Pflanze selbst ungiftig ist, lohnt sich ein Anruf beim Tierarzt, wenn Erbrechen oder Durchfall länger als einen Tag anhalten, sehr häufig auftreten oder deine Katze zusätzlich apathisch wirkt, nichts mehr frisst oder trinkt. Die Ursache liegt dann meist woanders als bei der Grünlilie. Ignorieren solltest du solche Symptome trotzdem nicht.

So läuft das bei uns mit der Grünlilie

Die Grünlilie gehört bei uns zu den entspannteren Pflanzen im Haushalt. Da sie ungiftig ist, muss Mickey nicht strikt ferngehalten werden, wie es beim Glücksbambus oder Spargelfarn nötig war. Schnuppern und knabbern darf sie gelegentlich. Wir behalten nur im Blick, dass sie nicht ganze Blätter in einem Rutsch abreißt und verschlingt, einfach um unnötigem Erbrechen vorzubeugen. Für uns ist die Grünlilie damit ein gutes Beispiel dafür, dass „ungiftig“ nicht automatisch „beliebig viel davon fressen“ bedeutet.

Die Grünlilie als sichere Alternative

Die Grünlilie haben wir in beiden vorherigen Artikeln schon als ungiftige Alternative zum Glücksbambus und zum Spargelfarn empfohlen. Wenn du also eine Pflanze mit ähnlich schlankem, überhängendem Wuchs suchst, an der deine Katze sich auch mal richtig austoben darf, ohne dass du dir Sorgen machen musst, ist die Grünlilie eine der unkompliziertesten Optionen für einen katzenfreundlichen Haushalt.

Unterm Strich

Die Grünlilie ist eine der wenigen echten Entwarnungen unter den beliebten Zimmerpflanzen. Sie ist ungiftig für Katzen, pflegeleicht, und bildet optisch einen schönen Kontrast zu den überhängenden Trieben von Glücksbambus und Spargelfarn. Auch wenn deine Katze begeistert daran knabbert, ist das normalerweise harmlos, solange es nicht in großen Mengen passiert und keine anhaltenden Symptome auftreten.

Dieser Artikel ersetzt keinen Tierarztbesuch. Wenn Symptome anhalten oder stark ausfallen, wende dich bitte an deinen Tierarzt oder eine Tierklinik in deiner Nähe.

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